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GTD-Apps zum Einmalkauf: die Rechnung, die keiner macht

Wer nach einer GTD-App „zum einmalig Kaufen“ sucht, meint selten ein Geschäftsmodell. Gemeint ist: nicht jeden Monat zur Ader gelassen werden. Das sind zwei Ängste, und nur eine hängt am Preis.

Aktualisiert am

Wonach eigentlich gesucht wird

„GTD-App zum einmalig Kaufen“ ist eine dieser Suchanfragen, die mehr sagen als sie fragen. Wer sie eintippt, hat selten eine feste Meinung zu Geschäftsmodellen. Was diese Person hat, ist eine konkrete Erfahrung: vier oder fünf kleine Beträge, die sich jeden Monat selbst abbuchen, an verschiedenen Tagen, ohne dass jemand etwas entscheidet — und eine Organisations-App, die das ganze System mitreißt, wenn sie stehenbleibt.

Das sind zwei verschiedene Ängste, und es lohnt sich, sie zu trennen, denn nur eine davon löst sich dadurch, dass man einmal zahlt.

Die erste ist das Tröpfeln: kein weiteres Abo mehr wollen. Das ist eine Frage nach einer Gesamtsumme, und beantwortet wird sie, indem man die Gesamtsumme ansieht.

Die zweite ist die Geiselnahme: nicht wollen, dass eine fehlgeschlagene Abbuchung einen vom eigenen Inventar der Verpflichtungen aussperrt. Damit hat das Geschäftsmodell nichts zu tun. Es geht darum, wo die Daten liegen. Es gibt Einmalkauf-Apps, die alles auf ihrem Server speichern, und Abos ganz ohne Server. Das Modell sagt dir nichts, die Architektur alles.

Was eine GTD-App zum Einmalkauf heute kostet

Die gut gemachten liegen zwischen 45 und 80 €, und dieser Preis gilt meist pro Plattform. Das System auf iPhone, iPad und Mac einzurichten, kann auf einen Schlag über hundert Euro kosten.

Das ist keine Abzocke, sondern die Arithmetik des Modells: Wer nur einmal kassiert, muss mit diesem einen Mal die kommenden Jahre finanzieren, und deshalb ist die Einstiegszahl hoch. Der Käufer bezahlt im Voraus eine Pflege, die noch gar nicht stattgefunden hat.

Die Zehn-Jahres-Rechnung

Das ist der Vergleich, den fast niemand macht, weil er zwingt, einen Zeitraum zu wählen. Nehmen wir zehn Jahre — ungefähr so lange hält ein Organisationssystem, wenn es funktioniert.

  • Einmalkauf für 45 €: 45 €. Ein Abo für 4,99 € im Jahr erreicht diese Summe etwa im neunten Jahr.
  • Einmalkauf für 80 €: 80 €. Dasselbe Abo braucht dafür über fünfzehn Jahre.
  • 45 € pro Plattform auf drei Geräten: 135 €, und das günstige Abo holt das weder in diesem noch im nächsten Jahrzehnt ein.

Jetzt der unangenehme Teil. Kaum eine Einmalkauf-App ist zehn Jahre später noch eine Einmalkauf-App. Üblich ist eine kostenpflichtige Hauptversion alle zwei bis drei Jahre, manchmal mit Rabatt für Bestandskäufer. Passiert das dreimal im Jahrzehnt, waren aus den 45 € in Wahrheit weit über hundert — mit der zusätzlichen Unsicherheit, nicht zu wissen, wann die nächste Runde ansteht.

Der Schluss daraus ist nicht, dass Einmalkauf Betrug wäre. Es ist, dass „einmal zahlen“ die erste Transaktion beschreibt, nicht die Kosten des Systems.

Was eine einzelne Zahlung nicht kauft

Eine App ist kein fertiger Gegenstand. Sie muss gegen ein Betriebssystem am Leben gehalten werden, das sich jedes Jahr bewegt: neue Bildschirme, neue Berechtigungen, gestrichene Funktionen, eine Sprache, die sich weiterentwickelt, jeden September neue Geräte.

Diese Arbeit wird jedes Jahr bezahlt, und eine einmalige Zahlung finanziert sie für exakt null Jahre. Daher die zwei klassischen Auswege: alle zwei Jahre eine neue App veröffentlichen — ein Abo unter schlechterem Namen und mit Umzug von Hand — oder die Pflege einstellen.

Der zweite tut wirklich weh. Eine aufgegebene Aufgaben-App geht nicht an dem Tag kaputt, an dem sie aufgegeben wird. Sie geht zwei Herbste später kaputt, bei einem Systemupdate, wenn sechs Jahre Projekte darin liegen.

Wann der Einmalkauf die richtige Entscheidung ist

Es gibt klare Fälle, und es gehört sich, sie zu nennen.

Wenn die App eine abgegrenzte Sache tut, die sich nicht ändern wird — ein Rechner, ein Konverter, ein kleines Werkzeug —, passt der Einmalkauf perfekt: Es gibt keine laufende Pflege zu finanzieren, weil sich nichts bewegt.

Wenn du die Gewissheit brauchst, dass die Ausgabe sich nicht wiederholt, aus Budgetgründen oder aus Prinzip, ist das ein legitimer Grund und braucht keine Tabelle als Rechtfertigung.

Und wenn die App einmalig gekauft wird und die Daten in einem offenen Format auf deinem Gerät liegen, hast du das Beste aus beiden Welten: Selbst wenn sie aufgegeben wird, überleben deine Daten.

Zur schlechten Anschaffung wird der Einmalkauf im umgekehrten Fall: eine große App mit eigener Synchronisierung, die verspricht, sich für immer von dem zu tragen, was du ihr an einem Nachmittag im Jahr 2021 gezahlt hast.

Die fünf Fragen, die wirklich unterscheiden

Sie gelten für jede GTD-App, einmalig gekauft oder abonniert, unsere eingeschlossen.

  1. Wo liegen meine Daten? Auf meinem Gerät und in meinem Konto — oder in der Datenbank des Anbieters. Diese Frage entscheidet, ob dich jemand als Geisel nehmen kann.
  2. Was passiert genau, wenn ich aufhöre zu zahlen oder die App aufgegeben wird? Nur lesen? Gesperrt? Exportierbar? In ein Format, das anderswo etwas taugt?
  3. Welcher Anteil meines Geldes ist Infrastruktur, die ich nutze? Ohne Webversion, ohne Zusammenarbeit und ohne eigenes Konto lautet die ehrliche Antwort „fast nichts“, und das sollte sich im Preis zeigen.
  4. Wie lange läuft die Testphase, und reicht sie bis in eine schlechte Woche? Ein Organisationssystem beweist sich, wenn die Woche schiefgeht, und das passiert nicht in sieben Tagen.
  5. Trägt der Preis die App zehn Jahre lang? Weder eine einmalige Zahlung, die null Jahre finanziert, noch ein unhaltbar niedriger Beitrag, den Investorengeld stützt.

Beantwortet eine App die ersten beiden Fragen gut, ist das Bezahlmodell nicht mehr das Risiko, nach dem es aussah.

Wo Olena steht

Olena ist kein Einmalkauf, und wir tun nicht so, als wäre es anders. Es ist ein Abo für 4,99 € im Jahr, mit einem ganzen Testjahr für das vollständige Produkt, bevor du irgendetwas zahlst.

Was Olena tut, ist beide Gründe zu beseitigen, aus denen überhaupt nach Einmalkauf gesucht wird.

Die Zahl. Zu diesem Preis kostet ein Jahrzehnt Olena weniger als viele „für immer“-Käufe für eine einzige Plattform — und Olena deckt iPhone, iPad und Mac ab. Es gibt kein kostenpflichtiges Upgrade alle zwei Jahre, weil es keine Versionen zu verkaufen gibt: Es gibt eine App, die gepflegt wird.

Die Geiselnahme. Es gibt keinen Olena-Server, also gibt es nichts, wovon man dich aussperren könnte. Deine Daten liegen auf deinem Gerät und in deinem privaten iCloud-Container, und läuft das Abo aus, schaltet die App auf Nur-Lesen: Du siehst weiterhin alles und kannst alles in eine datierte .json-Datei exportieren. Ausführlich steht das im Ratgeber darüber, wie Olena ohne Server funktioniert.

Und so wenig verlangen können wir genau deswegen: Ohne Server gibt es keine monatliche Rechnung, die den Preis nach oben drückt. Die vollständige Rechnung steht im Ratgeber über Abos von Produktivitäts-Apps.

Wenn du danach immer noch einen Einmalkauf willst, ist das eine völlig vernünftige Vorliebe, und es gibt Apps auf dem Markt, die sie gut bedienen. Es lohnt sich nur, die Entscheidung mit der Zehn-Jahres-Rechnung vor Augen zu treffen und nicht mit der des ersten Nachmittags.

Häufige Fragen

Was kostet heute eine GTD-App zum Einmalkauf?

Die ernsthaften liegen zwischen 45 und 80 €, meist pro Plattform. iPhone, iPad und Mac zusammen können also über hundert Euro kosten. Das ist keine Abzocke: So viel braucht es, um jahrelange Pflege aus einer einzigen Zahlung zu finanzieren.

Ist der Einmalkauf günstiger als ein Abo für fünf Euro im Jahr?

Das hängt vom Zeitraum ab, und der Schnittpunkt liegt weiter weg als gedacht. Bei 4,99 € im Jahr dauert es neun bis zehn Jahre, bis ein Kauf für 45 € eingeholt ist, und über fünfzehn Jahre bei 80 €. Verlangt die Einmalkauf-App zusätzlich alle zwei bis drei Jahre Geld für eine Hauptversion, kommt der Schnittpunkt nie.

Verliere ich meine Daten, wenn ich das Abo kündige?

Das ist die richtige Frage, und die Antwort liefert die Architektur, nicht das Geschäftsmodell. Liegen die Daten auf deinem Gerät, behältst du normalerweise den Lesezugriff, auch wenn du nichts mehr bearbeiten kannst. Liegen sie auf dem Server des Anbieters, kann Kündigen den Verlust bedeuten — das prüft man besser vorher als nachher.

Warum gibt es kaum noch neue GTD-Apps zum Einmalkauf?

Weil die App-Stores jahrelang keine Möglichkeit boten, für ein großes Update Geld zu verlangen, und weil eine App jedes Jahr Pflege kostet. Beim Einmalkauf bleiben zwei Auswege: alle zwei Jahre eine komplett neue App veröffentlichen oder die alte aufgeben. Beides ist für Käufer schlechter als ein kleiner Jahresbeitrag.

Wird eine App für 4,99 € im Jahr nicht irgendwann teurer?

Möglich, und Misstrauen ist gesund. Entscheidend ist, ob der Preis die App tragen kann: ohne Server, ohne Büro und ohne Vertriebsteam sind die Kosten nahezu fix, und dann trägt ein kleiner Beitrag über viele Nutzer. Steht dahinter eine monatliche Infrastrukturrechnung, ist die Erhöhung nur eine Frage der Zeit.